Ein neuer Anfang
Ich heiße Sebastian und bin 39 Jahre alt. Vier Jahre ist es erst her, da habe ich mein Höchstgewicht von 197 Kilogramm erreicht. Alltägliche Dinge wie Einkaufen, mit dem Hund Gassi gehen oder selbst zur Arbeit zu fahren waren für mich große Probleme. Ich konnte kaum 100 Meter laufen ohne eine Pause einzulegen. Ganz zu schweigen von den gesundheitlichen Problemen wie Rückenschmerzen (ich hatte bereits einen Bandscheibenvorfall hinter mir), nächtlicher Harndrang und das fast dauerhafte Schwitzen.
Ich wusste, dass es so nicht weitergehen kann, das wusste ich eigentlich schon länger. Wie du vielleicht auch, habe ich einige andere Abnehmprogramme / Diäten hinter mir gehabt, jedoch ohne Erfolg. Im Gegenteil, der berüchtigte Jojo-Effekt hat mein Gewicht stetig nach oben getrieben.
Mein Hausarzt hat mir dann dieses Programm empfohlen. Ich habe dies als meine letzte Chance begriffen.
Die ersten Schritte
Der Anfang war alles andere als leicht. In den ersten Wochen verzichtet man vollständig auf „normales“ Essen und nimmt mehrmals täglich einen Shake zu sich. Dieser so genannte kalte Entzug macht sich aber auch sofort auf der Waage bemerkbar, was unglaublich förderlich für die Motivation ist dran zu bleiben.
Dann kam der wohl anspruchsvollste Teil: die Wiedereingliederung ins Essen. Doch durch die Ernährungsberatung habe ich gelernt, welche Lebensmittel gut und wichtig sind (z.B. lieber Vollkornprodukte essen, die sättigen auch mehr). Gleichzeitig aber auch, dass es wichtig ist auf nichts zu verzichten, dann lieber die Mengen reduzieren.
Durch den, gerade zu Beginn, auch starken Gewichtsverlust, habe ich auch angefangen mich im Alltag mehr zu bewegen. Aus kurzen 5-Minuten Spaziergängen wurden schnell 10 oder 15 Minuten, in der Bahn bin ich eine Haltestelle eher ausgestiegen und ich habe nicht mehr den nächstgelegenen Parkplatz gesucht, um die Laufstrecke zu verkürzen. Dazu habe ich mich in einem Fitnessstudio angemeldet, in dem ich nach wie vor zwei Mal die Woche trainieren gehe.
Herausforderungen und Rückschläge
Bei meiner (und vielleicht auch bald deiner?) Abnehmreise handelt es sich um eine krasse Lebensveränderung. In erster Linie betrifft das natürlich die Ernährungsumstellung und den Bewegungsdrang. Aber auch der Kopf spielt eine ganz wichtige Rolle, denn Veränderung beginnt im Kopf. Ich habe im Laufe der Zeit mit einigen Herausforderungen und Rückschlägen zu kämpfen gehabt. Mal ist es der Stillstand auf der Waage, obwohl man sich doch an den Wochenplan gehalten hat. Mal ist es die Geburtstagsfeier, auf der man (aus Gewohnheit) gleich mehrere Stücke Kuchen isst. Und manchmal ist es auch die Tüte Erdnüsse nach einem anstrengenden Tag auf der Couch.
Das Wichtigste daran ist, diese Situationen nicht als Scheitern zu sehen. Es gilt dann nicht sich seinem Schicksal zu ergeben, sondern aufzustehen, den Mund abzuwischen und wieder neu zu beginnen. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass diese Rückschläge immer seltener werden und man immer besser lernt damit umzugehen.
Ein wichtiger Part ist hierbei auch das persönliche Umfeld. Spürt man die Unterstützung von Familie, Freunden und sogar Arbeitskolleg*innen, ist die Motivation durchzuhalten und weiterzumachen umso größer.